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Julius Maggi

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Julius Maggi – Biografie eines Lebensmittelpioniers

Der Schweizer Julius Maggi war ein stets schöpferischer Geist, der sich mit Leidenschaft allem Neuen und Kommendem widmete. Sein untrüglicher Instinkt für die Bedürfnisse seiner Zeitgenossen und sein Bestreben, der Mangelernährung im späten 19. Jahrhundert ein Ende zu setzen, führten unter anderem zur Erfindung der Fertigsuppe. Doch der Verdienst von Julius Maggi geht darüber weit hinaus.

 

Die beruflichen Anfänge des Julius Maggi

Der Mann, mit dem alles seinen Anfang nahm, wird am 9. Oktober 1846 in Frauenfeld im Schweizer Kanton Thurgau geboren. Sein Vater stammt aus der Lombardei und ist Müller, seine Mutter eine Züricher Lehrertochter. Nach seiner Schulzeit macht Julius Maggi in Basel eine kaufmännische Lehre und besucht anschließend die Rekrutenschule.

Mit nur 21 Jahren wird Julius Maggi stellvertretender Direktor eines schweizerischen Mühlenbetriebs in Budapest. 1872 übernimmt er dann die Hammermühle in Kempttal von seinem Vater und kauft dazu die Züricher Stadtmühle sowie eine Mühle in Schaffhausen. Damit gehörte die Familie Maggi zu den bedeutendsten Mühlenbesitzern in der Schweiz.

Die Geburtsstunde der Fertigsuppe

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ist die Industrialisierung dann in vollem Gange. Infolge dessen bildet sich die neue Gesellschaftsschicht der Fabrikarbeiter. Deren Mitglieder sind meist einseitig und mangelhaft ernährt – für Fleischprodukte fehlt das Geld und für den Anbau von Gemüse die Zeit. Eine besondere Anfälligkeit für Krankheiten und hohe Kindersterblichkeit sind die Folge. Einer der ersten, die diesen Zusammenhang erkennen, ist der Arzt und Fabrikinspektor Dr. Fridolin Schuler. Gemeinsam mit ihm sucht Julius Maggi nach einer Möglichkeit, auch den Fabrikarbeitern nahrhafte Lebensmittel zugänglich zu machen, die den Erfordernissen der Zeit entsprechen: hoher Nährwert, kurze Zubereitungszeit, erschwinglicher Preis. Sein Lösungsansatz: das Mehl eiweißhaltiger Hülsenfrüchte (sogenannter Leguminosen).

Schon 1884 bringt Julius Maggi die ersten Leguminosen-Mehle in den Handel. Unbeirrt arbeitet er aber daran, weitere Suppenmehle herzustellen. Ab 1886 stellt Julius Maggi dann die ersten kochfertigen Suppen aus Erbsen und Bohnen her. Viele weitere Sorten folgen.

1886: Maggi bringt Würze ins Leben!

Das Jahr 1886 ist noch in weiterer Hinsicht ein denkwürdiges, denn Julius Maggi macht zu dieser Zeit eine Erfindung, die seinen Namen später in alle Welt tragen sollte: die bis heute berühmte und beliebte MAGGI Würze. Er persönlich entwirft die unverwechselbare Form der Würzflasche sowie die auffälligen gelb-roten Etiketten. Noch heute sind Gelb und Rot die Farben der MAGGI GmbH.

1886 wird zudem die Gesellschaft „Julius Maggi & Co.“ gegründet. Ebenso wie ein „Reclame- und Pressebureau“, was zeigt, wie wichtig Julius Maggi die Information der Verbrauchern schon damals ist. Als dessen Leiter fungiert der später berühmte Dramatiker Frank Wedekind, der die frühe MAGGI-Werbung mit seinen eigenwilligen Texten prägt.

Maggi geht nach Deutschland

Im Jahr 1887 expandiert Maggi nach Deutschland: In Singen eröffnet er im „Gütterli-Hüsli“ die erste Abfüllanlage für seine Suppenwürze. Zu Beginn sind ein Verwalter und sieben Arbeiterinnen für das Abfüllen und den Produktversand zuständig. Doch das schnelle Wachstum des Unternehmens macht bald eine Restrukturierung notwendig. So gibt Julius Maggi schon 1890 den Ausbau der Niederlassung Singen zum MAGGI-Stammwerk in Deutschland in Auftrag. Seit dem 17. August 1897 ist die MAGGI Gesellschaft mbH dann als eigenständige deutsche Firma im Handelsregister eingetragen. Und zwei Jahre später läuft unter der persönlichen Aufsicht von Julius Maggi die Produktion der Suppenwürze in Singen an.

Das „Gütterli-Hüsli“ – das Geburtshaus von MAGGI in Deutschland – befindet sich noch heute auf dem MAGGI-Gelände in Singen.

Julius Maggi – der Privatmensch

Trotz seines unternehmerischen Erfolgs und seines unermüdlichen Schaffensdrangs nimmt sich Julius Maggi auch Zeit für sein Privatleben. Er heiratet zweimal und ist Vater von sechs Kindern. In seiner Freizeit betreibt er Studien der Physik und Chemie und widmet sich der Landwirtschaft sowie dem Maschinenbau.

Julius Maggi stirbt 1912 im Alter von 66 Jahren. Seine Philosophie des Helfens und Dienens lebt bis heute im Unternehmen sowie in den zahlreichen MAGGI-Produkten weiter.