|
Exotische Südfrüchte
Mango, Litschi oder Papaya – inzwischen bieten viele Supermärkte eine große Auswahl an tropischen Früchten aus aller Welt. Gerade in den kalten Wintermonaten, wenn bei uns nichts Grünes wächst, bringen diese Exoten einen Hauch von Sommer, Sonne und reichlich Vitamine auf den Tisch. Nicht nur der fremde und oft überraschende Geschmack, sondern auch jede Menge Antioxidantien, ein natürlicher Zellschutz, überzeugen heimische Käufer. Und wer könnte einem Obstsalat Summertime mit Ananas, Kiwi und Feigen oder einem Mangosalat mit Granatapfelkernen schon widerstehen?
Einige Exoten sind uns bereits so vertraut, dass wir selten daran denken, welche weite Reise sie hinter sich haben, wie Ananas, Bananen, Orangen, Zitronen, Kiwis oder Mangos. Einige unbekanntere Sorten stellen wir Ihnen hier vor.
Granatapfel
Der Granatapfel wächst rund ums Mittelmeer, vor allem in Nordafrika und Westasien, wo er von September bis Dezember Saison hat. Die bräunlich-rote Frucht hat eine kugelige Form von 8–10 cm Durchmesser mit harter, lederartiger Schale. Schneidet man sie auf, erkennt man mehrere Kammern, in denen sich die bräunlichen Samen befinden. Diese Samen wiederum sind von rotem Fruchtfleisch eingehüllt. Die Samen, die Sie mit einem Löffel herauslösen können, sind zum sofortigen Verzehr geeignet, oder Sie können damit Süßspeisen dekorieren. Fruchtfleisch oder Saft passen gut zu Wild- und Geflügelgerichten. Der Saft kann ausgepresst und getrunken werden. Granatäpfel enthalten viel Vitamin C und Kalium und können bei Zimmertemperatur etwa 2–3 Wochen lagern. Die Früchte reifen nicht nach.
Kaki, auch Persimone oder Sharonfrucht
Der Kakibaum stammt ursprünglich aus Asien, wo er auch heute noch, neben dem Mittelmeerraum, hauptsächlich angebaut wird. Die leicht ovale Frucht hat eine glänzend-glatte, orange-rote Schale und sieht einer Tomate ähnlich. Am Stielansatz hat sie vier kleine Blätter. Das Fruchtfleisch ist gelb-orange und enthält einige Samen. Je reifer die Frucht ist, desto weicher fühlt sie sich an und desto süßer wird ihr an Aprikose und Birne erinnerndes Aroma. Sollten sich die Früchte noch hart anfühlen, einfach einige Tage nachreifen lassen. Die Kaki enthält viel Vitamin A, Vitamine der B-Gruppe sowie Kalium. Sie können sie entweder pur genießen und wie eine Kiwi aufschneiden und auslöffeln, oder das Fruchtfleisch für Currys, Desserts oder Obstsalate verwenden. Die Schale kann grundsätzlich mitgegessen werden. Reife Früchte können 1–2 Tage im Kühlschrank gelagert werden, unreife Früchte reifen bei Zimmertemperatur nach.
Kaktusfeige
Die Kaktusfeige ist die essbare Frucht des Feigenkaktus und stammt ursprünglich aus Mexiko, wird heute aber rund ums Mittelmeer angebaut. Ihre ovalen, ca. 10 cm langen Früchte haben eine ledrige Außenhaut mit spitzen Dornen. Die Schale ist meist grünlich-gelb oder rötlich-braun. Unreife Früchte sind grün, reifen aber bei Raumtemperatur nach. Im orangen oder roten Fruchtfleisch sitzen viele schwarze Samen, die mitgegessen werden können. Das Fruchtfleisch selbst schmeckt süßlich mit einer säuerlichen Note und enthält viele Vitamine der B-Gruppe, Vitamin C und Kalzium. Halten Sie die stachelige Frucht am besten mit einer Gabel, wenn Sie sie aufschneiden und die Schale entfernen, oder legen Sie sie in Wasser – so werden die Stacheln weich. Die Kaktusfeige schmeckt roh, kann aber auch für Obstsalate, Desserts oder in Soßen verwendet werden.
Kumquat, auch Zwergorange
Die Kumquat stammt ursprünglich aus Asien. Heute wird sie von Mittelamerika bis Südeuropa angebaut. Zwar gleicht sie von ihrer Farbe und der Beschaffenheit der Schale der Orange – sie gehört aber zu den Rautengewächsen. Die Früchte sind länglich-oval bis kugelförmig und nur etwa 2–3 cm lang. Das Fruchtfleisch ist hellorange und in Kammern unterteilt, in denen sich Kerne befinden. Die Frucht kann im Ganzen gegessen werden, wobei die Schale etwas herb und süßlich schmeckt, das Fruchtfleisch leicht sauer. In Marmeladen, Drinks und Salaten sowie in Dessert entfaltet die Frucht ein feines Aroma. Kumquats enthalten viel Vitamin C und Kalium. Kaufen Sie nur Früchte mit glatter und fester Schale. Sie können gut 1 Woche kühl aufbewahrt werden.
Litschi, auch Lychee (engl.) oder Liebesfrucht
Der Litschibaum stammt aus China, wird heute aber weltweit in subtropischen Regionen von Südafrika über Australien bis Mexiko angebaut. Die 3–5 cm großen und braun-rötlichen Früchte gehören zu den Nüssen und haben eine spröde, raue Schale, die allerdings mit den Fingern aufgebrochen werden kann. Das Fruchtfleisch ist leicht durchscheinend und weiß, saftig und duftend. Eingeschlossen ist ein glatter brauner Samen, der nicht gegessen werden kann. Je reifer die Frucht, desto intensiver ist ihr frischer, süßlich-säuerlicher Geschmack. Litschis genießen Sie am besten pur oder in einem Drink bzw. Obstsalat. Die Früchte besitzen viel Vitamin C und sind leicht verdaulich. Achten Sie beim Kauf darauf, dass die Schalen rot gefärbt sind – sie reifen nicht nach. Die Früchte können 1 Woche im Kühlschrank aufbewahrt werden, bei Zimmertemperatur einige Tage.
Papaya, auch Baummelone
Die Papaya gehört zu den Melonenbaumgewächsen und stammt ursprünglich aus Mittelamerika. Bei uns sind vor allem Exemplare aus Brasilien oder Hawaii zu kaufen. Die 15–30 cm langen und ovalen Früchte haben reif eine gelblich-orange Schale, die essbar ist. Das Fruchtfleisch ist blassgelb bis rot, schmeckt süßlich und enthält viel Vitamin C sowie das Enzym Papain, das verdauungsfördernd wirkt. In der Mitte der Frucht sitzen schwarze Samen, von einem Häutchen eingeschlossen, die einen scharfen Geschmack haben. Grüne, unreife Früchte können wie Gemüse zubereitet werden, das Fruchtfleisch der reifen Frucht schmeckt gut roh, wenn man es auslöffelt, oder in Obstsalaten und Desserts. Achten Sie darauf, dass die Papaya beim Kauf gelbliche Streifen oder Flecken hat und sich mit dem Finger eindrücken lässt – nur dann reift sie noch nach.
Physalis, auch Kapstachelbeere
Die Physalis gehört zu den Nachtschattengewächsen und stammt aus Südamerika, wo sie auch heute noch hauptsächlich angebaut wird, daneben in Afrika, Indien und den USA. Von Juli bis Dezember ist Haupterntezeit der kleinen orangen, glänzenden Früchte, die sich im Inneren des Blütenkelchs entwickeln und im Handel mit diesen eingetrockneten Blättern angeboten werden. Sie enthalten reichlich Vitamin A und C sowie Eisen. Die Früchte reifen nicht nach, werden aber reif verkauft und halten sich im Kühlschrank bei 10 Grad mehrere Wochen, bei Zimmertemperatur nur 4–6 Tage. Physalis passen gut in Obstsalate oder können roh als ganze Frucht gegessen werden.
Sternfrucht, auch Karambole
Die Sternfrucht wächst an Bäumen, die weltweit in den Tropen und Subtropen kultiviert werden. Die Früchte sind ca. 10 cm längliche und eiförmige Beeren, die in Längsrichtung fünf tiefe Rippen besitzen. Die Schale ist gelb und verfärbt sich an den Kanten ins Bräunliche, wenn die Frucht reif ist. Das Fruchtfleisch ist leicht durchsichtig und gelblich und schmeckt säuerlich bis süß. Es enthält reichlich Vitamin A und C sowie Magnesium und Kalzium. Wenn man die Früchte quer in Scheiben schneidet, erkennt man auch, woher ihr Name stammt: Es entstehen fünfzackige Sterne, mit denen sich Cocktails, Salate oder Dessert dekorieren lassen. Die Schale kann grundsätzlich mitgegessen werden. Die Karambole reift bei Zimmertemperatur nach.
Tamarillo, auch Baumtomate
Die Tamarillo gehört zu den Nachtschattengewächsen und stammt aus dem nördlichen Südamerika. Heute werden die ca. 10 cm langen, eiförmigen orangen oder roten Früchte, die an Tomaten erinnern, weltweit, vor allem aber in Neuseeland angebaut. Ihre Schale ist glatt. Im Fruchtfleisch, das gelblich oder rötlich ist und aus zwei Kammern besteht, sitzen einige dunkle, behaarte Samen, die essbar sind. Die Tamarillo enthält viele Vitamine und reichlich Kalzium. Die Früchte können roh mit etwas Zucker ausgelöffelt oder gekocht werden, wobei die Schale abgezogen werden sollte. Das Fruchtfleisch schmeckt saftig und süßlich-herb. Auch als Beilage zu Fisch, in Eintöpfen oder in Desserts und Marmeladen schmeckt die Tamarillo ausgezeichnet. Die Früchte werden unreif geerntet und reifen auf dem Transport. Sie verderben schnell und sollten gegessen werden, wenn sie auf leichten Druck nachgeben.
Einige Südfrüchte sind sehr kälteempfindlich und sollten nicht im Kühlschrank gelagert werden, wie Ananas, Avocados, Bananen, Granatäpfel, Mangos, Papayas und Zitrusfrüchte.
Exotische Früchte sind eine leckere Ergänzung zu heimischem Obst – um mit allen Vitaminen und Mineralstoffen ausreichend versorgt zu werden, sollten Sie aber auf Apfel, Birne und Co. nicht verzichten.
|