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Nutzen Sie die Fastenzeit

Vierzig Tage vor Ostern beginnt traditionell die Fastenzeit. Wir zeigen Ihnen, wie Sie diese Zeit bewusst nutzen können, Ihren Körper zu entschlacken und Ihr Immunsystem zu stärken, um sich rundum wohl zu fühlen.

Tun Sie sich selbst etwas Gutes!

Fastenkuren sollen ganzheitlich wirken, das heißt, Körper und Geist positiv beeinflussen. Während des Fastens lernen Sie Ihren Körper und seine Bedürfnisse besser kennen. So ist eine Fastenkur oft der erste Schritt zu einem gesunden Ernährungsverhalten. Durch den vorübergehenden freiwilligen Verzicht auf feste Nahrung lernen Sie, wieder dauerhaft maßvoll zu essen und sich bewusst zu ernähren. Nutzen Sie die positiven Impulse, um sich zum Beispiel von ungewollten Abhängigkeiten zu verabschieden.

Für ein paar Tage aus den alltäglichen Gewohnheiten auszubrechen, tut gut und befreit.

In der Naturheilkunde wird Heilfasten zur Behandlung von ernährungsabhängigen Stoffwechselstörungen, Rheuma oder chronischen Hauterkrankungen eingesetzt. Eine Auszeit vom Essen zeigt sich wirksam bei der Behandlung von Gelenkschmerzen und Migräne. Fastenkuren werden zur „Entschlackung“ und Stärkung des Immunsystems empfohlen. Die positiven Wirkungen des Fastens scheinen dabei sowohl auf die Entlastung des Stoffwechsels als auch auf die Schonung und Sanierung des Verdauungstraktes zurückzuführen zu sein. Willkommener Nebeneffekt des Fastens ist die Gewichtsreduktion.

Religiöses Fasten dient der inneren Einkehr, als Zeichen von Buße sowie Vorbereitung auf religiöse Fest- oder Trauertage. Und auch wer nicht aus religiösen Gründen fastet, ahnt in dieser Zeit der Enthaltsamkeit und des bewussten Verzichts, warum das Fasten in allen großen Religionen fest verwurzelt ist: Fastende fühlen sich häufig unbeschwert und frei. Fasten sensibilisiert die Wahrnehmung. Unsere Sinne werden geschärft, neue Energien und positive Impulse freigesetzt. So ist das Fasten nicht nur eine Zeit der körperlichen Reinigung, sondern auch eine wertvolle Zeit der Besinnung.

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Die verschiedenen Fastenformen im Überblick

Schon Hippokrates, der große Arzt des Altertums, hat das Fasten als Heilmethode anerkannt. Er empfahl bei vielen Krankheiten, zeitweise auf feste Nahrung zu verzichten. Klösterliches Fasten hat eine jahrhundertealte Tradition. Heute gibt eine Vielzahl von Fastenkuren – die wichtigsten haben wir für Sie zusammengestellt:

Buchinger-Fasten

Das Heilfasten nach Buchinger ist besonders beliebt. Nach ein oder mehreren Entlastungstagen mit leichter Kost beginnen die eigentlichen Fastentage. Zu Beginn wird der Darm entleert (z. B. mit Glaubersalz). Dann trinken Sie morgens und nachmittags Kräutertee, mittags gibt es Gemüsebrühe, abends Fruchtsaft, dazu reichlich Wasser. Alle zwei, drei Tage soll eine erneute Darmentleerung erfolgen. Ergänzt wird die Fastenkur durch Bewegungs- und Entspannungsprogramme.

F.X.-Mayr-Kur
Bei der traditionellen Mayr-Kur stehen die Schonung und Reinigung des Darms sowie die Schulung des Kauverhaltens im Vordergrund. Bekannt ist die Kur auch als „Milch-Semmel-Diät“: Die monotone Kost soll die Verdauung unterstützen, betont langsames Kauen von besonders zubereiteten Brötchen den Speichelfluss anregen. Begleitend können spezielle Bauchmassagen erfolgen, die die Darmfunktion zusätzlich anregen sollen.

Schroth-Kur
Die klassische Schroth-Kur besteht aus einer kalorienarmen, salzfreien Kost mit Trocken- und Trinktagen im Wechsel. Erlaubt sind trockene Brötchen und in Maßen zum Beispiel Reis, Grieß, Hafer, gekochtes Gemüse und Obst. Begleitend werden so genannte Schroth’sche Packungen angewandt, feuchte Wickel, die die „Entschlackung“ fördern sollen.

Molke-Fasten
Hierbei wird über den Tag verteilt ein Liter Molke getrunken, ergänzt durch Früchtetees, Kräutertees oder Pflanzensäfte und Wasser. Milchzucker und Milchsäure der Molke sollen sich günstig auf das Darmmilieu und die Darmfunktion auswirken.

Daneben gibt es viele weitere Fastenformen: das Suppenfasten, das Saftfasten, das Basenfasten, das Heilfasten mit Früchten oder das Fasten nach der Klosterheilkunde. Allen Fastenkuren gemeinsam sind die Tage der Vorbereitung und die gezielte Darmreinigung. Trinken Sie stets ausreichend Flüssigkeit. Auf Nikotin, Alkohol und Kaffee sollen Sie ganz verzichten!

Beachten Sie: Ganz gleich für welche Fastenkur Sie sich entscheiden, lassen Sie sich vor Beginn der Kur von Ihrem Arzt auf Ihre Fastentauglichkeit untersuchen und über den richtigen Ablauf beraten! Zudem ist bei Fasten über einen längeren Zeitraum eine ärztliche Überwachung empfehlenswert.

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Praktische Tipps rund ums Fasten

Mit unseren hilfreichen Tipps zum Fasten fällt es Ihnen leicht, durchzuhalten und die positiven Impulse des Fastens für sich zu nutzen:

  • Bevor Sie mit dem Fasten beginnen, sprechen Sie mit Ihrem Partner und Ihrer Familie über den Ablauf. Erklären Sie, dass Sie während der Fastentage nicht am Familienessen teilnehmen. So können sich alle darauf einstellen und Sie unterstützen.
  • Spaziergänge an der frischen Luft lenken vom Alltag ab und helfen Ihnen, sich auf sich selbst zu konzentrieren.
  • Da Sie nicht kochen und essen, haben Sie viel mehr Zeit zur Verfügung: Nutzen Sie die gewonnene Zeit für Dinge, die Sie schon immer machen wollten.
  • Massagen und Wechselduschen schaffen ein wohliges Körpergefühl und können den Kreislauf ankurbeln.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Balance zwischen Bewegung und Ruhe. Beides ist wichtig während des Fastens. Kleine Entspannungsinseln (Spaziergänge, Massagen, Mittagsschlaf) helfen gegen den täglichen Stress. Yoga-Übungen, autogenes Training und Meditation sind wirksame Methoden zur Entspannung und können die Selbsterfahrung während des Fastens unterstützen.
  • Fastende schlafen häufig entspannter, doch träumen sie stärker und nehmen ihre Träume bewusster wahr. Auch tagsüber können beunruhigende Gedanken und Verdrängtes zutage treten. Setzen Sie sich mit Ihren Gedanken und Träumen auseinander. Führen Sie zum Beispiel ein Fasten-Tagebuch und schreiben Sie auf, was Sie beschäftigt. Bald werden Sie spüren, wie sehr diese Auseinandersetzung Sie entlastet.
  • Lassen Sie sich Zeit! Wenn Sie morgens nicht so schnell in die Gänge kommen, planen Sie mehr Zeit ein, bis Sie aus dem Haus müssen. Oft brauchen Fastende weniger Schlaf. Versuchen Sie es mit sanfter Morgengymnastik statt Kaffee.
  • Wenn sich ein Hungergefühl einstellt, trinken Sie reichlich Wasser. Nach zwei bis drei Fastentagen lässt der Hunger ganz von selbst nach!
  • Bedenken Sie: Es ist leichter, gar nichts zu essen, als nach einem Bissen wieder aufzuhören.
  • Wenn Ihnen eine ein- oder zweiwöchige Fastenkur zu weit geht, probieren Sie es doch mal mit einem Fasten-Wochenende. Und denken Sie daran: Jede überwundene Versuchung beflügelt!
  • Möchten Sie nicht zuhause fasten, gibt es Angebote in Form von Fastenreisen, Fastenseminaren oder Fastenkliniken.
  • Und nach dem Fasten: Gehen Sie’s langsam an. Um sich wieder ans Essen zu gewöhnen, brauchen Sie mehrere Aufbautage zum langsamen Kostaufbau. Lesen Sie hier, wie Sie dabei am besten vorgehen.

 

Die Zeit nach dem Fasten ist besonders günstig, um eingefahrene Gewohnheiten zu durchbrechen.

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