Mehr als 100 Jahre Zeit zum Genießen
1846 Julius erblickt das Licht der Welt
Am 9. Oktober 1846 kommt Michael Johannes Julius Maggi als fünftes von sechs Kindern in Frauenfeld in der Schweiz zur Welt. Vom italienischen Vater erbt er das Temperament, von der schweizerischen Mutter die Gründlichkeit. Mit 23 Jahren übernimmt Julius Maggi die väterliche Mühle und legt damit den Grundstein für eine Weltfirma.
1882 Im Dienst der Hülsenfrucht
Julius Maggi beginnt im Schweizerischen Kempttal mit eiweißreichen Hülsenfrüchten - den Leguminosen- zu experimentieren. Das Ziel: Ein Nahrungsmittel zu entwickeln, das nährstoffreich und preiswert ist und Fleisch ersetzten kann. Das Produkt soll den Fabrikarbeitern des beginnenden Industriezeitalters helfen, sich gesund zu ernähren, Mangelkrankheiten zu beseitigen und die Kindersterblichkeit zu senken. Zwei Jahre forscht Maggi, bis er Ende 1884 das erste Leguminosenmehl auf den Markt bringt. Trotz anfänglicher Erfolge bringt der Handel mit den Leguminosenmehlen Maggi noch keinen geschäftlichen Durchbruch. Aber der Sprung in die Herstellung von haltbaren Lebensmitteln ist getan und Maggi forscht unbeirrt weiter.
1886 Das Leben bekommt mehr Geschmack
1886 ist das Jahr der Entscheidungen für Julius Maggi. Er setzt sein gesamtes Vermögen aufs Spiel, um haltbare Lebensmittel zu entwickeln. Jetzt gelingt ihm der Durchbruch: Aus Erbsen- und Bohnenmehl stellt er die erste kochfertige Suppe her. Nur ein Jahr später sind aus der Ursuppe 22 unterschiedliche Sorten geworden. Ein weiterer Höhepunkt 1886: Julius Maggi erfindet die Suppenwürze. Zunächst beschränkt sich der Vertrieb auf die Schweiz, später geht das "gewisse Tröpfchen Etwas" in alle Welt und bildet die Grundlage für den Geschäftserfolg von Maggi.
1887 Introvertierter Literat wird Reklamechef
Es gelingt Julius Maggi, den noch jungen Dichter und Dramatiker Frank Wedekind, der später mit dem Skandalstück "Lulu" reüssieren sollte, als "Vorsteher" seines neu gegründeten "Reclame- und Pressebureaus" zu gewinnen. Wedekind prägt die frühe Maggi-Werbung mit seinen eigenwilligen Texten: "Die Poesie ist Würze des Lebens, der Witz die Würze der Unterhaltung, wie Maggis Suppen- und Speisenwürze diejenige eines guten Mittagstischs." Auch sonst überläßt Julius Maggi nichts dem Zufall und beginnt früh mit moderner Werbung. Eigenhändig entwirft er die bis heute typische braune Würzflasche und bestimmt für die Etiketten die Farben gelb-rot - bis heute die Hausfarben von Maggi.
1887 Die Produktion im Hinterzimmer
Am 1. Mai 1887 unterzeichnen Julius Maggi und der Gastwirt Adolf Amann einen Mietvertrag für den hinteren Gebäudeteil des "Restaurants Amann" in Singen am Hohentwiel. Der örtliche Polizeidiener übernimmt die Rolle des Arbeitsamtes und "schellt" die ersten Maggi-Arbeitsplätze in Deutschland aus. Schon einen Tag später beginnen sieben Arbeiterinnen mit der Abfüllung der Maggi-Würze, die in Kanistern aus der Schweiz kommt. Gezahlt wird zwischen 70 und 80 Pfennig pro Tag - damals ein Spitzenlohn. Zu hohe Zölle hatten Julius Maggi sich für den Standort Baden entscheiden lassen. Denn das dortige Großherzogtum verlangte für Würze in Kanistern weit weniger Zoll als für fertig abgefüllte.
1897 Singen wird Maggi-Metropole
Maggi stellt die Weichen für das 20. Jahrhundert. Am 17. August 1897 wird die Maggi Gesellschaft mbH, Singen, als eigenständige deutsche Firma ins Handelsregister eingetragen. Das Auslieferungslager in Berlin wird zum Verwaltungszentrum ausgebaut. 1898 ist Berlin die Zentrale der deutschen Maggi-Gesellschaft. 1899 beginnt in Singen im Beisein von Julius Maggi die Würzeproduktion. Aus dem Abfüllbetrieb ist ein eigenständiger Produktionsort mit 450 Mitarbeitern geworden.
1900 Die Suppe wird stapelbar
1900 führt Maggi den Suppen-Würfel, 1905 den Soßen-Würfel und 1908 den legendären Fleischbrühwürfel ein. Ein Preisvergleich macht den Grund für den Erfolg deutlich: Um 1910 kostet ein Brühwürfel nach heutigem Geldwert ungefähr 15 Cent, ein Kilo Suppenfleisch ist mit etwa 4,50 ¬ dreißigmal teurer. Für seine 1000 Beschäftigten richtet Maggi unter anderem Ferienheime, Kantinen und eine Betriebskrankenkasse ein. Arbeiten bei Maggi ist etwas Besonderes, und die meisten fühlen sich mehr als Maggianer denn als Arbeiter.
1912 Wahlwechsel
Am 19. Oktober 1912 stirbt Julius Maggi im Alter von 66 Jahren. Aus der väterlichen Mühle im Schweizerischen Kempttal ist ein junger Lebensmittelkonzern geworden, dessen weitere Entwicklung auch durch den frühen Tod des Firmengründers nicht gefährdet wird. Seine Nachfolge hat Julius Maggi bereits frühzeitig geregelt. Bereits 1903 scheidet er aus der Maggi-Generaldirektion der deutschen Maggi-Gesellschaft aus. Der Verwaltungsrat bestellt daraufhin Ernst Michael Schmid als Generaldirektor, der rund 40 Jahre die Geschicke des Konzerns auf dem deutschen Markt lenken wird.
1914-1924 Maggi-Würze kostet Millionen
Vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges arbeiten ca. 3000 Beschäftigte bei Maggi. Nach dem Zusammenbruch am Ende des Ersten Weltkriegs sind es nur noch 1500. Die galoppierende Inflation 1923 hemmt die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens. Doch trotz aller Schwierigkeiten kann Maggi sich behaupten und beginnt 1924 wieder mit der Herstellung "fleischextrakthaltiger Erzeugnisse".
1939 Eröffnung der ersten Kinderkrippe in Singen
1940-1945 Gute Suppen in schlechten Zeiten
Der Zweite Weltkrieg trifft Maggi hart. Die Rohstoffe sind knapp, Mitarbeiter werden abgezogen. Am Ende des Krieges ist das Verwaltungsgebäude in Berlin total zerstört und Maggi von wichtigen Rohstoffquellen abgeschnitten. Das Werk Singen wird nur gering beschädigt. Von dort betreibt Maggi bis zur Währungsreform 1948 die Geschäfte weiter.
1947 Allianz in den Alpen
Während das Unternehmen Maggi seinen 50. Geburtstag in Singen feiert, werden in der Schweiz die Weichen für die Zukunft neu gestellt: Maggi schließt sich mit der Schweizer Nestlé zur "Nestlé Alimentana" zusammen.
1951-1958 Die Zeit der Klassiker
Die Verkaufszentrale wird von Singen nach Frankfurt am Main verlegt, die Wirtschaftswunderzeit beginnt. Maggi entwickelt Produkte, die heute zu den Klassikern zählen und in den meisten Haushalten einen Stammplatz haben: 1950 den Rindsboullionwürfel, 1954 das Universalwürzmittel Fondor, 1955 die Klare Fleischsuppe. Die 50er Jahre sind auch die Zeit der ersten Reisewellen. Die Sonnenhungrigen fahren nach Bella Italia und kommen mit dem Geschmack des Südens auf den Lippen wieder. 1958 ist dann das Jahr, in dem Maggi ein Produkt einführt, auf das Millionen sehnsüchtig gewartet haben: fertige Eier-Ravioli! Für Generationen von Studenten und Wohngemeinschaftsbewohnern werden diese Taschenudeln aus der Dose zum Grundnahrungsmittel.
1959 Kochen macht Spaß
Am 9. Juni 1959 wird das Maggi Kochstudio feierlich eröffnet. Die erste Ausstattung ist bescheiden: lediglich ein Gästeraum, ein Herd und ein Tisch stehen den Beraterinnen zur Verfügung. Trotzdem: Die Institution "Maggi Kochstudio" wird durch den neutralen und verbrauchergerechten Beratungsservice, durch den monatlichen Rezeptdienst für Redaktionen, Schulen und Verbraucher und durch tägliche Vorführungen vor jeweils etwa 100 Zuschauern schnell bekannt. Bereits 1961 platzt das Kochstudio aus allen Nähten und muß erweitert werden.
1964 Maggi dreht auf
Um der steigenden Nachfrage nach Maggi-Produkten Herr zu werden, nimmt in Lüdinghausen/Westfalen ein neues Werk den Betrieb auf.
1966 Keimzelle wird Kultstätte für den Maggi Mythos
Rund 80 Jahre nach der Gründung des Unternehmens schafft Maggi einen Raum für seine Geschichte. In Singen entsteht im "Gütterli-Hüsli", dem ersten Produktionsort in Deutschland das Maggi-Museum. Es beherbergt eine umfassende Sammlung von historischen Dokumenten, Werbeplakaten, Produktverpackungen und natürlich der berühmten Maggi-Würze-Flaschen.
1972 Kein Weekend ohne Maggi
Der Künstler Joseph Beuys outet sich als "Maggi-Fan". Für seine Installation "Ich kenne kein Weekend" kombiniert er einen schwarzen Lederkoffer mit einem Reclam-Bändchen von Kants "Kritik der reinen Vernunft" mit einer Maggi-Flasche. Die Botschaft: Wer ständig seinen Geist stärken will, braucht eben auch etwas Nahrhaftes für den Körper. Oder: Maggi und Kant - ein starkes Team.
1974 Mit MaggiFix was tolles zaubern
Im Mai wird Gulasch-Fix als erstes Produkt des Maggi Fix-Sortimentes eingeführt. Die Maggi Fix-Produkte sind eine völlig neue Generation von Kochhilfsmitteln: Sie bieten den Konsumenten Rezept-Know-how, Sicherheit bei der Zubereitung und im Gelingen, Verfügbarkeit und Vollständigkeit von Zutaten (zum Beispiel für die typische Würzung) und Abwechslung durch vielfältige Variationsmöglichkeiten - der eigenen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Andere Neuheiten folgen: 1975 das Flocken-Püree "komplett", 1976 der Suppen-Drink, und 1978 die Ein-Teller-Eintöpfe in Dosen.
1979 Maggi ist Kunst
Der bekannte Frankfurter Künstler und Professor an der Städelschule, Thomas Bayrle, erhebt die Maggi Würze und die von Julius Maggi gestaltete WürzeFlasche zum Design-Klassiker. Bayrle und seine Schüler verwenden die Maggi-Flasche als Modell für Grafiken und Ölgemälde. "Sie ist ein Arche-Typ in Form und Substanz, Elixier im modernen Industriezeitalter, tropfend und klebrig. Die Amerikaner haben sich Coke, die Deutschen Maggi geschaffen."
1979 Essen im 5-Minutentakt
... schneller geht's kaum noch - innerhalb von fünf Minuten kann jeder zu einer warmen Mahlzeit kommen. Und die 5-Minuten-Terrine liefert den Becher gleich mit. Deckel auf - kochendes Wasser drauf - umrühren - 4 Minuten warten - fertig!
1987 Die Welt von Maggi
Die ersten internationalen Maggi Fix-Produkte werden angeboten, denn die reiselustigen Deutschen wollen auch zu Hause international kochen. Es gibt so beliebte Spezialitäten: Maggi Fix für Chili con Carne, Maggi Fix für Serbisches Reisgericht und Maggi Fix für Chinapfanne. Nach dem Erfolg der bereits 1958 eingeführten Ravioli schiebt Maggi damit die Ethnic-Food-Welle weiter an, und viele ausländische Spezialitäten im Maggi Sortiment lassen Urlaubserinnerungen wach werden.
1992 Nudeln bringen Glück
und verheißen langes Leben. Maggi bringt die Asia Nudel Snacks in sechs original malaysischen Varianten in die Regale. Damit fällt der Startschuß für ein umfangreiches Asia-Sortiment von Maggi nach original asiatischen Rezepten - "Silamat menjamo selera" oder einfacher: Guten Appetit! Der Maggi Kochstudio-Club wird gegründet. 1997 zählt er bereits rund 500.000 Mitglieder. Clubmitglieder bekommen dreimal im Jahr das Maggi Journal mit Rezepten, Tipps und Informationen rund ums Kochen.
1995 Daten und Design
Das Maggi Kochstudio bringt seine erste CD-Rom "Kochen macht Spaß" heraus. Über 300 Rezepte mit mehr als 150 Fotos, Nährwerttabelle und Lexikon der feinen Küche lassen das Garen und Grillen zum Multimedia-Ereignis werden. Virtuell geht es auf den Maggi-Sites im Internet zu. Das Maggi Kochstudio eröffnet eine Filiale im Cyberspace und steht jetzt rund um die Uhr zum Besuch offen. Künstler beschäftigen sich schon lange mit dem Mythos Maggi. Entsprechend hoch ist die Beteiligung am Maggi Design- Wettbewerb. Hier eine Kostprobe: "40 % Lust, 40 % Zubereitung, 10 % Intuition, 10 % Maggi = 100 % Liebe, die durch den Magen geht" (Tassilo von Grolman, Designer).
1996 Live im Treff
Virtuos wird an den Herden im neu eingerichteten Maggi Kochstudio Treff in der Frankfurter Innenstadt gekocht. Jedem Koch-Fan stehen hier die Maggi-Experten Rede und Antwort.
1997 100 Jahre Maggi in Deutschland
Das 100jährige Jubiläum wird auf die typische Maggi-Art gefeiert: Im größten Kochstudio der Welt bereiten 1000 Gäste der Jubiläumsfeier an insgesamt 300 Herden ihr Hauptgericht selbst zu - eine Leistung, die mit einem Eintrag ins Guiness-Buch der Weltrekorde belohnt wird. Und damit auch alles glatt geht, stehen das Maggi Kochstudio und der Sterne-Koch Johann Lafer bereit und lassen nichts anbrennen.
2000
Im Mai werden 3 Suppenterrinen auf den Markt gebracht, außerdem vier mal Fix für Fingersnack; im Oktober gibt es mit Milchreis und Grießbrei die ersten beiden Süßen Terrinen; auch werden im September zwei Produkte der Produktlinie Wrap it präsentiert; 12 weitere Produktlinien werden mit insgesamt 21 neuen Produkten erweitert, darunter befinden sich die Gemüse-Ravioli, das Asia-Fertiggericht »Chop Suey« und Fix für Lachs-Sahne Gratin.
2002
Im Februar und März gibt es neu den Bratenfond Classic ebenso wie vier Produkte der Reihe Fix für Suppentopf; zudem werden im Oktober vier Suppen als Teil der innovativen und ernährungsbewussten Reihe der feel good Suppen eingeführt; dazu erweitern 35 weitere Produkte das Gesamt-sortiment der Maggi GmbH, darunter erfolgreiche Produkte wie Kräuter Fondor, die Bouillon Mediterranea und die Meisterklasse Sauce »Sauce Béchamel«; in der Leipziger Innenstadt eröffnet der zweite Maggi Kochstudio Treff.
2003
Das feel good-Sortiment wird durch vier feel good-Eintöpfe und sechs feel good-Suppen erfolgreich erweitert; außerdem wird eine besondere Produktneuheit mit sechs neuen Sorten auf den Markt gebracht: Hochwertsuppen mit attraktiven Toppings im Doppelbeutel; 26 Produkte kommen des Weiteren auf den Markt und ergänzen bestehende Produktgruppen.*
2004
Der dritte Maggi Kochstudio Treff wird in der Freien- und Hansestadt Hamburg eröffnet; Fondor feiert seinen 50sten Geburtstag und die Fixprodukte ihr 30-jähriges Jubiläum; dazu erlebt die Maggi Webseite unter www.maggi.de einen umfangreichen Relaunch; zudem bringt die Maggi GmbH neue und innovative Produktlinien auf den Markt, dazu zählen Fondor für Fleisch und Geflügel, das Würzmix Gulasch, drei Geschmackssorten der Magic Asia Mini Snacks, drei Kohlsuppen, zwei Dips, sechs Nasssuppen in den Kategorien Sommersuppen und Magic Asia; mit 41 weiteren Produkteinführungen in bestehenden Produktlinien feiert Maggi ein Rekordjahr bezüglich Produkteinführungen.
2005
Maggi feiert 100 Jahre Saucen. Ebenso werden die Tiefkühlprodukte Hot Pockets auf den Markt gebracht. Ein besonderes Produkt-Highlight stellt die Internationale Würzsauce Chakalaka dar. Im Herbst startet eine Qualitätsoffensive bei den Maggi Meisterklasse Suppen. Zudem präsentieren sich die Maggi Guten Appetit! Suppen mit neuem Verpackungskonzept während die neue Produktlinie Maggi Suppe & Frisch erscheint. Die 5-Minuten Terrine feiert ihr 25jähriges Bestehen. Das innovative Konzept Maggi Fix & frisch sorgt für den Auftritt aller Maggi Fix-Produkte im inspirierenden Kochbuchformat. Insgesamt werden 58 neue Produkte eingeführt.