Speiserübe - Weiße Rübe
Speiserüben als Kulturpflanzen waren bereits im Altertum bekannt. Bis zur Verbreitung der Kartoffel gehörten die nahrhaften Speiserüben zu den wichtigsten Gemüsesorten. Heute ist ihr Anbau in Deutschland regional begrenzt und von vergleichsweise geringer Bedeutung.

Speiserüben liefern Kohlenhydrate (v. a. Zucker), B-Vitamine, wichtige Mineralstoffe und Glucosinolate (Senföl-Glycoside), die für den typischen Geschmack verantwortlich sind. Zudem sind sie reich an Ballaststoffen.
Die kleinen kegelförmigen Teltower Rübchen mit gelbweißer Rinde sind die feinsten unter den Speiserüben. Im 18. und 19. Jahrhundert galten sie weit über ihre brandenburgische Heimat hinaus als besondere Delikatesse. Geerntet werden die süß-würzigen Rübchen je nach Aussaat im Mai und Juni oder Oktober und November (Haupterntezeit).
Vorwiegend im Mai und Juni, aber auch im Herbst werden die Mairüben geerntet. Es gibt kugelige weiße, gelbliche oder weißrote Sorten mit weißem oder gelbem Fleisch. Die weißen schmecken häufig milder und süßer.
Herbstrüben heißen auch weiße Rübe oder „Stoppelrüben“, weil sie im Sommer oft in die Stoppeln gesät werden. Geerntet werden die etwas größeren rund- oder länglichen, rot- oder grünköpfigen Rüben dann im Oktober und November. Sie sind in der Regel herber im Geschmack als die Teltower und Mairüben.
Auf Wochenmärkten und in Bioläden werden Sie zur Saison am ehesten fündig. Bevorzugen Sie beim Kauf junge Rüben. Teltower Rübchen mit etwa 3 bis 4 cm Durchmesser sind am feinsten. Sie werden heute wieder vermehrt rund um die Stadt Teltow (Brandenburg) bis nach Berlin angebaut.
Sie lassen sich im Gemüsefach des Kühlschranks bis zu 1 Woche aufbewahren. Entfernen Sie zuvor das Grün.

Zur Zubereitung werden die Rüben sehr gründlich gewaschen und nach Belieben geschält. Zarte Herzblätter der Mairübe können Sie klein gehackt verwenden. Blätter und Stiele können wie Spinat verarbeitet werden.
Um sie roh zu verzehren, können Sie kleine junge Rüben raspeln oder in feine Streifen schneiden. Meist werden Speiserüben jedoch in kräftigen Eintöpfen und Suppen gekocht oder gedünstet als geschmackvolle Beilage zu Fleisch gereicht. In Butter und Zucker geschwenkt schmecken Teltower Rübchen besonders zart-aromatisch.
Was ist Stielmus? Werden Mai- oder Herbstrüben dicht an dicht gesät, bilden sich keine größeren Wurzeln, dafür umso dickere Blattstiele. Diese werden geerntet und bundweise als Stielmus oder Rübstiel angeboten. Es gibt auch spezielle Sorten, die gar keine Rübe mehr entwickeln. Bekannt und beliebt ist das fein säuerlich schmeckende Gemüse vor allem in Westfalen und im Rheinland, wo man die Blattstiele gerne gedünstet oder für Eintöpfe verwendet.