Grünkohl
Seine Heimat wird im östlichen Mittelmeerraum vermutet. Heute wird der frostharte Grünkohl überwiegend in Mittel- und Nordeuropa angebaut, in Deutschland vor allem in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Grünkohl wird je nach Region auch „Friesische Palme“ oder „Oldenburger Palme“ sowie Kraus-, Braun-, Blätter-, Feder- oder Winterkohl genannt.
Grünkohl ist ein ideales Wintergemüse und mit rund 37 kcal pro 100 g kalorienarm – leider nicht ganz so gut verdaulich. Er enthält zahlreiche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Besonders zeichnet er sich durch seinen Kalzium und Vitamin-C-Gehalt aus.
Der Blattkohl bildet lange, hell- bis blaugrüne, gekrauste Blätter an dicken Stielen. Es gibt niedrig, halb hoch und hoch wachsende Grünkohlsorten, die sich auch in Form, Farbe und Kräuselung der Blätter unterscheiden können, im Geschmack jedoch wenig variieren.
Grünkohl ist ein typisches Wintergemüse – besonders intensiv süß-würzig schmeckt er, wenn er bei niedrigen Temperaturen relativ lange auf dem Feld reifen konnte. Moderne Sorten mit höherem Zuckergehalt können auch früher geerntet werden.
Frühestens im Oktober beginnt die Grünkohlernte für den Frischverkauf. Bis Februar kommt dann frischer Grünkohl aus deutschem Anbau in unseren Handel. Grünkohl soll sich fest anfühlen und verhältnismäßig kleine krause Blätter haben. Bei Grünkohl mit Stielen müssen Sie mit 50 Prozent Küchenabfall rechnen! Achten Sie beim Kauf auf frische und kräftige dunkelgrüne Blätter ohne gelbe welke Stellen oder dunkle Flecken. Rund ums Jahr gibt es Grünkohl tiefgefroren oder im Glas.
Grünkohl welkt schnell und sollte möglichst frisch verarbeitet werden, sonst färbt er sich braun. Im Gemüsefach des Kühlschranks halten sich die Blätter bis zu einer Woche. Nicht in der Nähe von Ethylen produzierendem Obst oder Gemüse (z. B. Äpfel, Tomaten) lagern, sonst wird der Kohl rasch überreif.
In Norddeutschland isst man Grünkohl deftig. „Kohl und Pinkel“, Grünkohl mit Grützwurst, ist der Winter-Klassiker, dazu gibt es traditionell Kasseler, Koch- oder Mettwürste und Kartoffeln. Er verträgt sich auch gut mit Speck und Zwiebeln und schmeckt püriert oder fein gehackt in cremigen Suppen.
Beim Grünkohl finden nur die krausen Blätter Verwendung. Trennen Sie diese von den Stielen (eventuell dicke Blattrippen entfernen) und waschen Sie sie sehr gründlich, da sich in den krausen Blättern noch Erdreste befinden können. Vor dem Schmoren werden die Blätter gerne blanchiert, danach schmeckt er etwas milder.
Im Winter werden im Norden Deutschlands Kohlfahrten veranstaltet und Kohlkönige gekürt. Dazu wird geboßelt, ein Spiel, bei dem die Teilnehmer eine Strecke mit möglichst wenigen Kugelwürfen (Boßel = nordd. Kugel aus Hartholz oder Hartgummi) überwinden müssen. Danach gibt’s zur Stärkung Grünkohl und Pinkel.