Der Apfel gehört zur Familie der Rosengewächse und stammt ursprünglich aus China, wo es rund 20 Wildarten gibt. Von hier aus hat sich der Apfel wohl über den Kaukasus in die ganze Welt verbreitet und zählt heute zu den beliebtesten Obstarten überhaupt. Schätzungen zufolge existieren rund 20.000 Sorten. Auch die Deutschen sind Apfelliebhaber – keine andere Obstsorte wird hierzulande so gern und viel gegessen.
Äpfel gehören zum Kernobst, da sie ein 5-fächriges Kernhaus mit überwiegend paarweise angeordneten Samen bzw. Kernen besitzen. Die Früchte gehen aus dem verdickten Blütenboden hervor, der das Kerngehäuse nach und nach fleischig umschließt.
Äpfel sind kalorienarm und enthalten wichtige Vitamine (z. B. Vitamin C und E), Spurenelemente und Mineralstoffe sowie Ballaststoffe (z. B. Pektin).
Die meisten Nährstoffe sitzen in der Apfelschale und unmittelbar darunter – die Schale also am besten gut waschen und mitessen.
Je nach Erntezeitpunkt werden Äpfel in Sommerapfel-, Herbstapfel- und Winterapfel-Sorten unterschieden. Von den rund 1.600 in Deutschland wachsenden Apfelsorten haben nur rund 20 eine größere wirtschaftliche Bedeutung. Golden sowie Red Delicious und Jonagold gehören unangefochten zu den beliebtesten.
- Boskoop: alte Apfelsorte aus den Niederlanden mit festem Fruchtfleisch und saftigem, herb-säuerlichem Geschmack. Raue Schale, gelb-orange bis rot und leicht grau gefärbt. Gut zum Backen, Kochen und als Bratapfel geeignet. Gut lagerfähig. Von September bis Juni im Handel.
- Braeburn: junge Sorte aus Neuseeland, die auch am Bodensee angebaut wird. Die Schale ist grün-rötlich gefärbt auf gelbem Grund und meist glänzend. Die knackige, fruchtige und süß-säuerliche Sorte schmeckt sehr aromatisch. Gut als Tafelapfel und für Apfelmus geeignet. Sehr gut lagerfähig. Von September bis April und aus Neuseeland von Mai bis September im Handel.
- Cox Orange: englische Traditionssorte, würzig-fein im Geschmack mit ausgewogenem Verhältnis von Süße und Säure. Grün-gelbliche Schale mit orange-roten Wangen. Eignet sich gut als Tafelapfel, Bratapfel, für Apfelmus, Kuchen und zu herzhaften Gerichten. Gut lagerfähig. Von August bis November im Handel, aus Neuseeland von April bis Juli.

- Elstar: junge Sorte aus Holland mit fruchtig-saftigem, eher süßem und mildem Aroma mit wenig Säure. Gelb-goldene bis rötliche Schalenfarbe. Ideal als Tafelapfel, zum Braten, Schmoren und Backen sowie für Apfelmus. Sehr gut lagerfähig. Von September bis Juli im Handel.
- Gloster: junge deutsche Apfelsorte mit festem saftigem Fruchtfleisch und frisch-säuerlichem Geschmack. Rote Schale mit grünen Stellen. Eignet sich gut zum Backen. Gut lagerfähig. Von Oktober bis Mai im Handel.
- Jonagold: Süß-säuerlich und aromatisch im Geschmack eignet sich diese Sorte bestens als Tafelapfel, für Kuchen und Apfelmus sowie zum Dünsten. Grünlich-gelbe Schale, etwa zur Hälfte rotgestreift. Sehr gut lagerfähig. Von September bis Juli im Handel.
- Gala: Mit ihrem aromatischen, süßen wie saftigen Fruchtfleisch eignen sich diese Äpfel bestens zum Kochen, Backen und für den Rohverzehr. Hellrote, leicht wachsige Schale. Wird bei langer Lagerung im Geschmack fade. Von August bis April im Handel, aus Übersee von Februar bis August.
- Golden Delicious: besitzt ein saftiges, süßlich-mildes Fruchtfleisch und eine grün- bis gold-gelbe Schale, an der Sonnenseite rötlich. Feiner Tafelapfel, der sich sehr gut fürs Kochen und Backen eignet. Gut lagerfähig, kann allerdings mit den Monaten an Aroma verlieren. Von September bis August im Handel, aus Übersee ab März.
- Granny Smith: saftiges, knackiges und säuerliches Fruchtfleisch, das sich gut für Kuchen eignet. Grasgrüne, glatte und wachsige Schale. Gut lagerfähig. Von September bis Juli, aus Übersee ab März im Handel.
Äpfel scheiden das Reifegas Ethylen aus – daher immer getrennt von anderen Obst- und Gemüsesorten aufbewahren, da diese sonst schneller (über-)reif werden.
Die Saison für europäische Äpfel beginnt ab Ende Juli/Anfang August. Einige Sorten werden gleich nach der Ernte angeboten, wie Klaräpfel ab August oder Cox Orange ab September, andere entfalten ihr volles Aroma bzw. ihre Genussreife nach einiger Zeit der Lagerung, wie Boskoop oder Elstar. Importware, die Sie das ganze Jahr im Supermarkt finden, erreicht uns vor allem von der südlichen Halbkugel, wo Pink Lady oder Braeburn ab März Saison haben.
Bei der Auswahl verrät eine pralle, glänzende Schale, dass ein Apfel frisch gepflückt und gut gelagert wurde. Achten Sie darauf, dass er keine Druck- und Faulstellen und die sortentypische Farbe aufweist. Einen alten Apfel erkennen Sie an einem vertrockneten Stiel.
Lagern Sie Äpfel kühl und dunkel, beispielsweise im Keller – dort halten sie sich je nach Sorte mehrere Monate. Legen Sie die Äpfel dazu am besten in eine Plastiktüte oder einen Gefrierbeutel und stechen Sie mit einer Nadel ein paar Löcher hinein, so trocknen die Äpfel nicht aus. Durch das vom Obst ausgeatmete Kohlendioxid entsteht in der Tüte zudem eine sauerstoffarme Atmosphäre, die den Reifungsprozess verlangsamt.
Zum Einfrieren eignen sich rohe Äpfel nicht, allerdings können Sie Apfelmus oder Apfelkompott acht bis zehn Monate tiefgekühlt lagern.
Etwas Zitronensaft verhindert, dass aufgeschnittene Äpfel braun werden.
Konventionell angebaute Äpfel sind fast immer gewachst. Die gewachste Haut schützt die Früchte übrigens nicht nur vor dem Verderben, sie nimmt auch Umweltschadstoffe auf. Waschen Sie daher die Schale gründlich mit warmem Wasser, bevor Sie das Obst weiterverarbeiten. Danach den Apfel am besten mit einem Tuch trocken reiben.

Zum Kochen und Backen können Sie Äpfel schnell und unkompliziert mit einem Sparschäler schälen. Das Gehäuse lässt sich entweder mit einem halbmondförmigen Schnitt oder mit Hilfe eines Apfelausstechers entfernen. Braune Flecken oder Druckstellen können Sie mit einem kleinen scharfen Messer herausschneiden.
Ideal für Kuchen geeignet sind die Sorten Elstar oder Boskoop. Tafeläpfel wie der Golden Delicious oder Cox Orange schmecken bestens in Obstsalaten, während sich Boskoop oder Gloster gut als Bratapfel machen. Für Apfelkompott empfehlen wir saftige Sorten wie Elstar oder Idared, für Apfelmus Braeburn.