Birne
Die Birne gehört, wie Apfel und Quitte, zur Familie der Rosengewächse. Ihre ursprüngliche Heimat ist wohl im Kaukasus oder in Anatolien zu finden, wo sie sich vermutlich aus zwei Wildarten entwickelt hat. Die meisten bekannten Birnensorten entstanden im 18. und 19. Jahrhundert aus sog. Zufallssämlingen in Frankreich und Belgien, wo die Birne zur Modefrucht der europäischen Höfe avancierte. Heute werden die rund 2.500 Birnensorten weltweit angebaut, vor allem in China, Italien, Spanien, den USA, Mittelamerika und Südafrika.
Birnen gehören zum Kernobst: Sie besitzen ein 5-fächriges Kernhaus mit überwiegend paarweise angeordneten Samen bzw. Kernen. Die Früchte gehen aus dem verdickten Blütenboden hervor, der das Kerngehäuse nach und nach fleischig umschließt. Ihre eigenartige Form bekommt die Birne übrigens dadurch, dass auch Teile des Stiels fleischig verdickt ausgebildet werden.
Birnen enthalten wenig Fett und Fruchtsäure, sind kalorienarm und reich an Vitaminen, z. B. Vitamin A und C. Sie liefern Ballaststoffe sowie Kalium und Folsäure.
Die meisten Nährstoffe sitzen in der Birnenschale und unmittelbar darunter – sie sollte deshalb unbedingt gewaschen und mitgegessen werden.
Birnen werden nach ihrer Verwendung in Mostbirnen (zur Saftherstellung), Kochbirnen (für Kompott) und Tafelbirnen (für den direkten Verzehr) unterschieden. Je nach Erntezeitpunkt werden Birnen zudem in Sommer-, Herbst- und Winterbirnen eingeteilt. Fünf der beliebtesten Birnensorten stellen wir Ihnen hier vor:
- Abbé/Abate Fétel: 1866 in Frankreich entstanden. Lange, flaschenförmige Frucht, raue Schale mit grün-gelber bis gelb-goldener Farbe, braun berostet. Mild-schmelzender, saftiger und leicht säuerlicher Geschmack. Erntezeit ab September, Genussreife im Oktober/November. Tafelbirne, die sich gut zum Dünsten, für Kompott und Desserts eignet. Gut lagerfähig.
- Alexander Lucas: entstand um 1870 in Frankreich. Birnen- bis kegelförmig mit glatter Schale. Grün gefärbt, vollreif hellgelb, die Sonnenseite meist orange marmoriert. Süß im Geschmack, mit wenig Säure und körnigem Fruchtfleisch. Ernte im Oktober, Lagerung bis Dezember möglich. Tafelbirne, gut zum Backen und Kochen geeignet.
Die Nashi oder Japanische Birne zählt zur selben Gattung wie unsere heimische Birne, bildet jedoch eine eigenständige Art mit rund 150 Sorten. Sie ist melonenähnlich und schmeckt besonders gut gekühlt.
- Conference: eine der beliebtesten Sorten, die 1894 in England entstand. Mittelgroß, flaschenförmig-länglich mit grün-gelber, rauer Schale, fleckig berostet. Pflückreife im September, Genussreife im Oktober. Sehr saftig im Geschmack, zart schmelzend und aromatisch. Tafelbirne, gut zum Backen, Kochen und Dörren geeignet. Gute Lagerfähigkeit.
- Gellerts Butterbirne: um 1820 in Frankreich entstanden, in Deutschland gerne angebaut. Mittelgroße, gedrungene Form, grün-gelblich gefärbt, an der Sonnenseite bronzefarben, ganzflächig berostet. Saftig-süß und zart-schmelzend im Geschmack. Reift im September und kann sofort gegessen werden. Tafelbirne, ideal zum Sofort-Verzehr, für Salate und zum Pochieren, beliebte Saft- und Konservenbirne. Nur kurz lagerfähig.
- Williams Christ: sehr alte Birnensorte aus dem 18. Jahrhundert aus England, gilt als edelste Birne mit besonders intensivem Aroma. Große, gedrungene Form, gelb-grün gefärbt, an der Sonnenseite leicht orange, um den Kelch berostet. Reift Ende August bis Anfang September. Schmelzend und sehr saftig, schmeckt süß-würzig. Gut zum Einmachen und Dünsten geeignet, wird gern für Obstbrand und Konserven verwendet. Lagerfähig.
Saison für heimische Birnen ist von September bis Dezember. Importware aus Übersee wird das ganze Jahr über angeboten.

Birnen sind sehr druckempfindlich und kommen daher in den Handel, bevor sie ihre Genussreife erreicht haben. Sie sind dann noch sehr hart, da sie hartreif geerntet und bis zum Verkauf in Kühlhäusern gelagert werden. Bei Zimmertemperatur reifen sie innerhalb weniger Tage nach. Achten Sie beim Einkauf auf eine unbeschädigte Schale ohne Druck- und Faulstellen. Sehr gelbe Früchte mit braunen Flecken, die sich weich anfühlen, sind bereits überreif – sie schmecken mehlig-teigig und verderben schnell.
Lagern Sie Birnen kühl und dunkel, beispielsweise im Keller – dort halten sie sich je nach Sorte bis zu zwei Monate. Legen Sie die Birnen dazu am besten in eine Plastiktüte oder einen Gefrierbeutel und stechen Sie mit einer Nadel ein paar Löcher hinein, so trocknen die Birnen nicht aus. Durch das vom Obst ausgeatmete Kohlendioxid entsteht in der Tüte zudem eine sauerstoffarme Atmosphäre, die den Reifungsprozess verlangsamt.
Zum Einfrieren eignen sich rohe Birnen nicht, allerdings können Sie Mus oder Kompott acht bis zehn Monate tiefgekühlt lagern.
Da die meisten Vitamine und Mineralstoffe in und direkt unter der Schale liegen, empfiehlt es sich, Birnen vor allem zum Rohverzehr nicht zu schälen. Waschen Sie die Schale aber gründlich unter warmem Wasser. Gewachst werden Birnen selten – wenn doch, muss es deklariert sein.
Zum Kochen und Backen können Sie Birnen schnell und unkompliziert mit einem Sparschäler schälen. Das Gehäuse lässt sich mit einem halbmondförmigen Schnitt entfernen. Braune Flecken oder Druckstellen können Sie mit einem kleinen scharfen Messer herausschneiden.