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Inhaltsverzeichnis​​​​

Was ist Meerrettich?

Der Meerrettich ist eine Wurzel aus der Familie der Kreuzblütengewächse und ist für seinen natürlich scharfen Geschmack bekannt. Er wird auch als Gemüse oder Gewürz bezeichnet. Wer sich schon öfter mit Meerrettich beschäftigt hat, kennt bestimmt den Begriff Kren. Aber was ist eigentlich Kren? Kren ist nichts anderes als eine weitere Bezeichnung für Meerrettich, die in südlichen Teilen Deutschlands und Österreich verwendet wird.

Wissenswertes über den Meerrettich

Obwohl der Name es vermuten lässt: Der Meerrettich hat nichts mit dem Rettich zu tun! Während der Rettich aus Vorderasien kommt, stammt Meerrettich ursprünglich aus Süd- und Osteuropa. Im Mittelalter hat er dann seinen Weg zu uns gefunden und wird seitdem auch hier in Deutschland angebaut.

Es gibt viele Vermutungen darüber, wie der Meerrettich zu seinem Namen kam. Der Name Meerrettich könnte von der Bedeutung „über das Meer gekommen“ stammen – so, wie es auch beim Meerschweinchen der Fall ist. Da Meerrettich im Englischen „horseradish“ und im Französischen „radis de cheval“ heißt, läge die Vermutung nahe, dass sich auch unser deutscher Meerrettich von dem Wort „Mähre“ - einem alten Pferd – ableitet. Was genau das Pferd mit der Wurzel zu tun hat? Das wüssten wir auch gern!

Auch hinter der Bezeichnung „Kren“ vermutet man eine tiefere Bedeutung. Im Slawischen existiert das Wort „krenas“, was so viel wie „weinen“ heißt und sich auf die Schärfe des Meerrettichs beziehen könnte, die bei der Verarbeitung schon mal für tränende Augen sorgen kann.

Der Anbau von Meerrettich

Wenn du dich für den Anbau und die Ernte des Meerrettichs interessierst, bist du hier goldrichtig. Der Meerrettich wächst besonders gut an Flussläufen, Bächen oder auf feuchten Wiesen und ist eine winterharte Pflanze. Wenn im April die Sonnenstrahlen erstmals den Boden wärmen, kann man den Meerrettich über seine Fechser vermehren. Die sogenannten Fechser sind die Seitentriebe der stämmigen Pfahlwurzel. Zwischen Mai und Juli gedeiht dann die Pflanze und bildet schöne weiße Blüten. Die Wurzel ist schließlich zwischen Oktober und März ausgereift, was sie über das Absterben ihrer Blätter signalisiert. Nun ist der Meerrettich reif für die Ernte!

Die Scharfstoffe von Meerrettich

In der weißen Wurzel sind neben den Senfölglykosiden, den sogenannten Scharfstoffen, auch viele weitere Nährstoffe enthalten, wie Vitamin C, Kalium, Kalzium, Eisen, verschiedene B-Vitamine und ätherische Öle. Durch seine gesunden Inhaltsstoffe wurden dem Meerrettich schon im Mittelalter Heilkräfte zugesprochen und seine Wurzel gegen verschiedene Beschwerden eingesetzt. Die Senfölglykoside sind für den etwas bitteren und besonders scharfen Geschmack verantwortlich und sorgen für eine antibakterielle und antibiotische Wirkung. Die Schärfe des Meerrettichs ist also sehr gesund, aber nicht nur das: Sie verfeinert auch viele Gerichte auf ganz besondere Art und Weise und verleiht deinen Leibspeisen ein einzigartiges Highlight!

Meerrettich zubereiten

Um den Meerrettich in der Küche verarbeiten zu können, musst du die weiße Wurzel zunächst schälen. Hierfür kannst du einfach einen gewöhnlichen Küchenschäler zur Hand nehmen, mit dem du auch deine Möhren und Kartoffeln schälst. Falls die Wurzel eine etwas unebene oder holzige Oberfläche besitzt, schneide sie mit einem scharfen Messer raus. Anschließend kannst du den Meerrettich mithilfe einer Reibe raspeln oder mit einem Messer zerkleinern. Wusstest du, dass auch Meerrettich in den Augen brennen kann, genau wie Zwiebeln? Durch die Reaktion der Enzyme im Meerrettich bildet sich Allylsenföl aus einem Senfölglykosid und das scharfe Aroma der Wurzel entfaltet sich. Das kann dazu führen, dass deine Augen etwas brennen und anfangen zu Tränen.

Wenn du die Schärfe des Meerrettichs abmildern möchtest, kannst du ihn kochen oder trocknen. Aber aufgepasst: Je länger der Meerrettich kocht, desto mehr Scharfstoffe verliert er. Wenn du seinen Geschmack also nur geringfügig mildern möchtest, empfiehlt es sich die Wurzel erst kurz vor Ende des Kochvorgangs mit in den Topf zu geben und nur zu erhitzen, statt ihn ganz zu kochen.

Du kannst den Meerrettich aber natürlich auch in rohem Zustand genießen und ihn zum Aufpeppen von scharfen Dips, einer leckeren Meerrettichsoße oder als pikanten Zusatz auf einer Rohkostplatte verwenden.

Meerrettich lagern

Je nachdem, ob du den Meerrettich haltbar machen oder nur lagern möchtest, variieren die Möglichkeiten.

Lagerung im Ganzen

Im Ganzen kannst du die Wurzel zwischen 4 und 6 Wochen im Gemüsefach des Kühlschranks lagern, wenn du sie davor gewaschen und gründlich abgetrocknet hast. Die Tiefkühltruhe bietet allerdings wohl die längste Aufbewahrungszeit von mehreren Monaten: wasche und trockne den Meerrettich auch hierfür gründlich und schäle ihn noch nicht. Anschließend kannst du ihn in eine große Dose legen und dann ab ins Gefrierfach!

Lagerung von verarbeitetem Meerrettich

Wenn du den Meerrettich schon angeschnitten, gerieben oder geraspelt hast, füllst du ihn am besten in ein Schraubglas und stellst es anschließend in den Kühlschrank. Dort sollte die verarbeitete Wurzel bis zu drei Wochen haltbar bleiben.

Meerrettich einlegen

Du kannst Meerrettich auch haltbar machen, indem du ihn in Salz und Essig einlegst. Schäle die Wurzel dafür zuerst, rasple sie anschließend und vermenge sie in einem Schraubglas mit Essig und Salz. Dein eingelegter Meerrettich bleibt im Kühlschrank somit einen guten Monat frisch.

Meerrettich: Rezepte

Die scharfe Wurzel gilt als ein beliebtes Gewürz und wird in der Küche zum Verfeinern von Soßen, Dips und Dressings besonders häufig verwendet. Doch auch als weniger scharfer Sahnemeerrettich ist er unwiderstehlich und passt ideal zu Fisch und Fleisch.

Lade deine Familie ein und genieße geschmorten Tafelspitz mit Wurzelgemüse und Meerrettich oder gönne dir eine Lammkeule mit Kräuter-Meerrettich-Sauce. Wer noch nicht weiß, was er zur nächsten Grillfeier mitbringen soll, kann sich von unserem Schichtsalat mit Mayo-Meerrettichsauce überzeugen lassen und für alle, die es sich mal so richtig gut gehen lassen möchten, gibt es das einzigartige Geschmackserlebnis von Rote-Bete-Carpaccio mit Matjestartar und Meerrettichschaum.

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