Du möchtest mehr pflanzliche Proteine in deinen Alltag integrieren, weißt aber nicht genau, wo du anfangen sollst? Keine Sorge, vegane Eiweißquellen sind vielseitiger, leckerer und unkomplizierter, als du vielleicht denkst. Ob Hülsenfrüchte, Tofu, Nüsse oder Getreide: Wir zeigen dir, welche pflanzlichen Proteinquellen es gibt, wie du sie clever kombinierst und wie einfach eine proteinreiche vegane Ernährung wirklich sein kann.

Inhaltsverzeichnis​​​​

Linsen, Bohnen, Kichererbsen, Nüsse, Spinat, Brokkoli und Tofu auf dunkler Oberfläche

Was sind vegane Proteinquellen eigentlich?

Vegane Proteinquellen sind pflanzliche Lebensmittel, die deinen Körper mit Eiweiß versorgen, ganz ohne tierische Produkte. Dazu zählen vor allem Hülsenfrüchte wie Linsen, Bohnen und Kichererbsen, aber auch Sojaprodukte, Nüsse, Samen, Getreide und sogar einige Gemüsesorten.

Aber warum ist Protein überhaupt so wichtig? Eiweiß gehört neben Kohlenhydraten und Fetten zu den drei Hauptnährstoffen, die dein Körper täglich braucht. 

Die gute Nachricht: Du musst dafür keine tierischen Produkte essen. Wer seine pflanzlichen Quellen abwechslungsreich wählt und über den Tag verteilt, kann seinen Proteinbedarf unkompliziert decken.1

Tabelle: Die 16 besten veganen Proteinquellen im Überblick

Diese pflanzliche Eiweiß Tabelle zeigt dir auf einen Blick, welche veganen Proteinquellen am meisten Eiweiß pro 100 g liefern und auch genauso als vegetarische Proteinquelle  geeignet sind:

LebensmittelProtein pro 100 gkcal pro 100 gGlutenfreiSojaVerwendung
Hefeflocken48,7 g305 kcal

ja

nein

Topping, Saucen, „cheesy flavour"
Kürbiskerne35,5 g588 kcal

ja

nein

Topping, Snack, Pesto
Erdnüsse geröstet29,0 g620 kcal

ja

nein

Snack, Saucen, Aufstrich
Seitan28,4 g199 kcal

ja

nein

Braten, Schnitzel, Gulasch
Rote Linsen, roh25,6 g334 kcal

ja

nein

Suppen, Eintöpfe, Bolognese

Kidneybohnen

reif

22,8 g316 kcal

ja

nein

Chili sin Carne, Bowls
Mandeln22,3 g544 kcal

ja

nein

Snack, Müsli, Backen
Chiasamen22,1 g479 kcal

ja

nein

Pudding, Smoothies, Topping
Kichererbsen, reif18,6 g317 kcal

ja

nein

Currys, Salate, Hummus
Tofu, natur15,5 g115 kcal

ja

ja

Pfannen, Ofengerichte, Salate

Amaranth

roh

14,0 g377 kcal

ja

nein

Porridge, Beilagen, Riegel
Haferflocken13,2 g348 kcal

ja*

nein

Porridge, Müsli, Pancakes
Edamame, roh13,0 g146 kcal

ja

ja

Snack, Bowls, Beilage
Quinoa, weiß roh12,6 g361 kcal

ja

nein

Beilagen, Salate, Bowls
Buchweizen, roh13,1 g339 kcal

ja

ja

Pfannkuchen, Brei, Beilage
Vollkornbrot z.B. Roggen6,0 g193 kcal

nein

nein

Brotmahlzeiten, Snack

Die Nährwertangaben richten sich nach den Daten des Bundeslebensmittelschlüssels (BLS), abgerufen über https://blsdb.de/ 3  

* Haferflocken sind von Natur aus glutenfrei, können aber durch Kreuzkontamination bei der Verarbeitung Gluten enthalten. Bei Zöliakie auf zertifiziert glutenfreie Haferflocken achten.

Tofu knusprig braten – so geht’s!

Tofu schmeckt dir zu weich oder langweilig? Dann liegt es wahrscheinlich an der Zubereitung. Der wichtigste Schritt: Drücke den Tofu vor dem Braten gründlich aus, am besten 15-30 Minuten zwischen Küchentüchern mit einem Gewicht darauf. So entweicht die überschüssige Flüssigkeit und der Tofu wird in der Pfanne schön knusprig statt matschig. 

Schneide ihn anschließend in Würfel oder Scheiben, mariniere ihn (z. B. in MAGGI Würze, Sesamöl und Knoblauch) mindestens für eine Stunde oder am besten über Nacht im Kühlschrank und wende ihn vor dem Braten in etwas Stärke oder Mehl. In einer heißen Pfanne mit reichlich Öl wird er dann von allen Seiten goldbraun und herrlich kross.

Mehr Tipps und Zubereitungsvarianten für Tofu, findest du in unserem Ratgeber rund ums Tofu knusprig braten.

Wie bereite ich Seitan richtig zu?

Seitan ist der Proteinchampion unter den pflanzlichen Eiweißquellen, wird aber aus reinem Weizengluten hergestellt und ist daher bei Glutenunverträglichkeit ungeeignet.

Die Zubereitung ist einfacher als gedacht: 

  1. Knete Weizenmehl mit Wasser zu einem glatten Teig.
  2. Lasse ihn in einer Schüssel mit Wasser ca. 30 Minuten ruhen.
  3. Wasche anschließend die Stärke aus, indem du den Teig unter mehrmaligem Wasserwechsel knetest, bis eine feste, zähe Masse übrig bleibt. 
  4. Für mehr Geschmack gibst du trockene Gewürze direkt ins Mehl und flüssige Aromen wie Sojasauce ins Knetwasser. 
  5. Nach einer Stunde Ruhezeit im Kühlschrank ist dein Seitan bereit zum Braten, Schmoren oder Grillen. Weitere interessante Informationen, findest du in unserem Seitan Ratgeber.

Vegane Proteinquellen ohne Soja

Du verträgst kein Soja oder möchtest bewusst darauf verzichten? Kein Problem, denn wie die Tabelle oben zeigt, gibt es zahlreiche sojafreie pflanzliche Proteinquellen, mit denen du deinen Bedarf problemlos decken kannst.

Besonders hervorzuheben sind Linsen und Bohnen. Sie gehören zu den proteinreichsten pflanzlichen Lebensmitteln, sind günstig, lange haltbar und vor allem unglaublich vielseitig. Von würzigen Suppen über herzhafte Braten bis hin zu Burgern: Hülsenfrüchte lassen sich in nahezu jede Küche und Geschmacksrichtung integrieren. Ob als cremige Dal-Suppe, kräftiges Tikka Masala, nussiger Linsen-Braten oder als Patty im Linsen- oder Bean-Burger – Langeweile kommt hier garantiert nicht auf.

Tipp: Achte bei sojafreier Ernährung besonders auf die Kombination von Hülsenfrüchten mit Getreide, um ein vollständiges Aminosäureprofil zu erreichen. Ein Linsen-Burger im Vollkornbrötchen oder Dal mit Reis ergänzen sich dabei ideal.

Wie gut kann der Körper pflanzliche Proteine verwerten?

Pflanzliche Proteine werden vom menschlichen Körper gut verwertet. Ihre Verdaulichkeit liegt laut WHO/FAO nur geringfügig unter der von tierischen Proteinen wie Fleisch oder Milch – der Unterschied beträgt lediglich wenige Prozentpunkte.2 Die Aufnahme an sich ist also kein Problem. Entscheidend ist aber, woraus ein Protein besteht: Proteine setzen sich aus Aminosäuren zusammen, von denen neun essenziell sind, dein Körper kann sie nicht selbst herstellen und ist auf die Nahrung angewiesen. Der Unterschied liegt im Detail: Fast jede pflanzliche Lebensmittelgruppe hat eine kleine Schwachstelle. Meistens ist eine bestimmte Aminosäure nur in sehr geringer Menge vorhanden – zu wenig, als dass unser Körper sie optimal verwerten könnte.

LebensmittelgruppeLimitierende Aminosäure(n)Zuständig für
Getreide (Reis, Weizen, Hafer)LysinKollagen, Immunabwehr, Calcium, Energie4
Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Kichererbsen)Methionin5& Cystein6Entgiftung, Haare & Nägel
Nüsse & SamenLysin (teils auch Threonin) Darmbarriere, Immunsystem, Bindegewebe4

Die gute Nachricht: Was einer Gruppe fehlt, hat eine andere im Überfluss. Wer also über den Tag verschiedene pflanzliche Proteinquellen kombiniert, gleicht diese kleinen Lücken besser aus und versorgt seinen Körper effizienter.

Schalen mit Linsen, Bohnen, Kichererbsen und Mungbohnen auf beigefarbener Oberfläche

Pflanzliche Eiweiß-Quellen mit einem vollständigem Aminosäureprofil

Diese pflanzlichen Lebensmittel liefern alle essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge:

  • Hefeflocken (Nutritional Yeast) (48,7 g Protein/100 g) 
  • Chiasamen (22,1 g Protein/100 g)
  • Tofu (15,5 g Protein/100 g)
  • Amaranth (14,0 g Protein/100 g)
  • Edamame (13 g Protein/100 g)
  • Quinoa (12,6 g Protein/100 g)
  • Buchweizen (13,1 g Protein/100 g)

Achtung: Nährertangaben je Zutaten können je nach Zustand und Zubereitungsart variieren.3

Schalen mit Hummus und Bohnencreme, Avocado, Zitrone, Petersilie und Pitabrot auf Holztisch

Bewährte Kombinationen für eine bessere Aufnahme von veganen Proteinquellen

Die einfachste Regel lautet: Verschiedene pflanzliche Proteinquellen kombinieren, denn so ergänzen sich die Aminosäuren besser. Hier einige Beispiele:

KombinationWarum es funktioniert
Reis + BohnenReis liefert Methionin, Bohnen liefern Lysin
Fladenbrot + HummusWeizen (arm an Lysin) + Kichererbsen (reich an Lysin)
Vollkornbrot + ErdnussbutterGetreide + Hülsenfrucht = vollständiges Profil
Couscous + KichererbsenKlassische Kombination aus Getreide + Hülsenfrüchten
Mais + schwarze BohnenWie Reis & Bohnen – ein bewährtes lateinamerikanisches Prinzip
Haferflocken + SojajoghurtPerfekte Frühstücks-Kombi

Angaben zu Nährwertangaben können vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat nachgelesen werden unter: https://blsdb.de/.3

Tipp: Es reicht, wenn du verschiedene, vegane Proteinquellen über den Tag verteilt isst. Du musst also nicht alles in einer einzigen Mahlzeit abdecken. 

Person mit Papiertüte voller Gemüse an einem Marktstand mit Obst und Gemüse

Gemüse mit viel Eiweiß – Tabelle

Auch Gemüse kann einen überraschend guten Beitrag zur Proteinversorgung leisten. Hier eine Übersicht der Gemüsesorten mit den höchsten Proteingehalten:

GemüseProtein pro 100 gKalorien pro 100 g 
Edamame (Sojabohnen, roh)

13 g

146 kcal

Mais roh

8,7 g

336 kcal

Grüne Erbsen tiefgekühlt

4,9 g

77 kcal

Grünkohl

4,2 g

53 kcal

Rosenkohl gekocht

3,8 g

47 kcal

Champignons roh

3,7 g

28 kcal

Brokkoli roh

3,6 g 

35 kcal

Artischocken

2,4 g

44 kcal

Spinat roh

2,1 g

18 kcal

Spargel gekocht

1,7 g

16 kcal

Die Nährwertangaben richten sich nach den Daten des Bundeslebensmittelschlüssels (BLS), abgerufen über https://blsdb.de/ 3

Hinweis: Gemüse allein deckt deinen Proteinbedarf nicht, aber als Ergänzung zu Hülsenfrüchten und Getreide liefert es einen wertvollen Extra-Beitrag und dazu jede Menge Vitamine und Mineralstoffe.

FAQ zu veganen Proteinquellen

Unsere Proteinreiche Rezepte

Entdecke unsere proteinreichen Rezepte, die Genuss und Nährstoffe perfekt vereinen. Ideal für einen aktiven Lebensstil, Muskelaufbau oder einfach für eine ausgewogene Ernährung.